
DDR4 vs. DDR5 RAM im Vergleich: Echte Gaming-Geschwindigkeit, Latenz-Rechnung und Kaufberatung (2026)
Auf dem Datenblatt wirken die Spezifikationen von DDR5 auf den ersten Blick widersprüchlich. Ein typisches DDR5-Kit arbeitet mit 6.000 MT/s, kombiniert diese hohe Frequenz aber mit scheinbar trägen Latenzen von CL30 oder CL36. Älterer DDR4-Speicher taktet mit deutlich niedrigeren 3.200 MT/s, wirbt dafür jedoch mit strammen CL16. Das verleitet viele PC-Bauer zu der Annahme, DDR4 reagiere schneller oder DDR5 habe Zugriffszeiten zugunsten von Marketing-Megatransfers geopfert. Das stimmt nicht. Die CAS-Latenz (CL) wird in Taktzyklen gemessen, nicht in Nanosekunden. Rechnet man die tatsächliche absolute Zugriffszeit aus, liefert DDR5-6000 CL30 exakt dieselben 10,0 Nanosekunden wie DDR4-3200 CL16 — stellt dem Prozessor dabei aber fast die doppelte Speicherbandbreite zur Verfügung. Die entscheidenden Fragen im Jahr 2026 drehen sich daher nicht um theoretische Latenz. Es geht um Plattform-Vorgaben der Mainboards (AMD AM5 verweigert DDR4 vollständig, Intel LGA 1700 erfordert die Entscheidung für ein DDR4- oder DDR5-Board bereits beim Kauf), gravierende Signalprobleme bei Vollbestückung mit vier Riegeln und die Frage, ob die spürbar stabileren 1% Low FPS in modernen Spielen einen Plattformwechsel rechtfertigen. Hier erfahren Sie, wie die Latenzberechnung in der Praxis funktioniert, was unabhängige Spieletests zeigen und welche Fallstricke Sie beim Speicherkauf vermeiden sollten. ...